Auszeichnung Kategorie Mobiler Hilfsdienst und Hauskrankenpflege 2026
Unmögliches möglich machen
VN/Katja Grundner • 12. Mai 2026
„Sie war meine Rettung“, sagt Sigrid Schneider (74), die Frau eines Klienten der diplomierten psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflegerin Daniela Gaßner. Schneiders Mann Werner (78) erkrankte von einem auf den anderen Tag, und Daniela unterstützte das Paar besonders empathisch. In ihrem Beruf hat sie aber auch mit sehr herausfordernden Fällen zu tun, etwa mit suchterkrankten Menschen, die in einer Messiewohnung leben.
Schon in jungen Jahren war Daniela Gaßner mehrere Jahre in der Rankweiler Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig. Und vor sieben Jahren begann die 48-Jährige in der ambulanten gerontopsychiatrischen Pflege (AGP) im Krankenpflegeverein Nenzing. Dabei arbeitet sie im Zuhause von älteren Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und ist gemeinsam mit zwei Kollegen für den Unteren Walgau, die Region Blumenegg und das Große Walsertal zuständig. „Daniela ist Gold wert. Ich bin ihr sehr dankbar für alles“, sagt Sigrid Schneider.
Als Werner Schneider plötzlich erkrankte, stand für seine Frau alles auf dem Kopf. Sie wusste nicht, was mit ihrem geliebten Menschen passierte und wie sie damit umgehen sollte. Daniela hat ihr unter anderem das Krankheitsbild erklärt, ihr im Austausch mit den Ärzten geholfen und sie über den Urlaub für Pflegende informiert. „Nicht nur meinem Mann, sondern vor allem auch mir hat sie sehr gutgetan“, erzählt Sigrid Schneider. „Ich konnte ihr mein Leid klagen und sie war immer da, wenn ich sie brauchte.“
Angehörigenarbeit ist ein wichtiger Teil von Danielas Tätigkeit. Mehrere Jahre lang begleitete sie die Schneiders. „Jetzt komme ich kaum mehr zu ihnen, nur wenn es Probleme gibt“, schildert die Nenzingerin, die AGP-Teamkoordinatorin für den Bezirk Bludenz ist. „Sie sind ein Vorzeigebeispiel für gelungene Pflege.“ Denn Danielas Unterstützung sollte zeitlich begrenzt sein und die Betroffenen wieder zur Eigenständigkeit befähigen beziehungsweise in die Regelversorgung eingliedern.
Schwierige Fälle
Danielas Hauptaufgaben sind die Erstabklärung, Aufklärungsgespräche, die medikamentöse Einstellung durch einen Psychiater und das Schaffen einer Tages- und Wochenstruktur für die Betroffenen. Doch in manchen herausfordernden Fällen nimmt ihre Arbeit ganz andere Formen an: aktuell betreut sie zum Beispiel drei Klienten, die in einer Messiewohnung leben. Eine davon ist eine suchtkranke Person. Obwohl es eigentlich nicht zu Danielas Aufgabenbereich gehört, organisierte sie für die Frau eine Räumung, bei der eine Tonne Müll aus der Wohnung entfernt wurde. Außerdem ermöglichte sie ihr ein wertvolles Ritual: Jede Woche kann sie nun im Sozialzentrum Nenzing ein entspannendes Vollbad mit Badesalz und Rosenblüten nehmen. Da die Klientin früher Friseurin war, besorgte ihr Daniela auch ein hochwertiges Shampoo. „Es ist wichtig, den ganzen Menschen mit seiner Geschichte zu sehen und darauf einzugehen“, sagt sie und zeigt dabei, wie wichtig ihr ein würdevoller Umgang mit wirklich jedem Menschen ist.











