Auszeichnung Kategorie Krankenhaus 2026
„Kommst du morgen wieder?“
VN/Katja Grundner • 12. Mai 2026
Gabriele Fellner hat als Pflegedienstleiterin und Ausbildungsmanagerin viel im Antoniushaus der Kreuzschwestern in Feldkirch bewirkt. Unter ihrer Führung wurde es dreimal in Folge – in den Jahren 2019, 2022 und 2025 – mit dem Gütesiegel „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ prämiert. Außerdem wurde es aufgrund familienfreundlicher Arbeitsbedingungen im Jahr 2024 mit dem Staatspreis „Familie & Beruf“ ausgezeichnet.
Bevor die 60-Jährige aus Mäder ins Antoniushaus kam, arbeitete sie mehrere Jahre lang als Pflegeausbildnerin in der Schweiz. Aufgrund der dort anderen Strukturen lernte sie ein damals in Österreich noch unbekanntes Modell kennen: die duale Ausbildung, also eine Art Pflegelehre. Eine wichtige Erfahrung, von der sie später profitierte.
Vor über 15 Jahren begann Gabriele schließlich als Pflegedienstleiterin im Antoniushaus zu arbeiten. In dieser Funktion verantwortete sie auch das Qualitäts- und Ausbildungsmanagement. Kurz nach ihrem Start wurde im Pflegeheim die neue Betriebsdienstleisterlehre eingeführt. Auch wenn der Schwerpunkt dabei nicht auf Pflege, sondern auf Organisation und Verwaltung liegt, hat Gabriele diese mitgestaltet.
Jahre danach wurde das Thema „Pflegelehre“ im Land immer lauter. Trotz kritischer Stimmen setzte sich Gabriele klar dafür ein. „Ich finde es großartig, junge Menschen in die Pflege einzubringen.“ Während des Entwicklungsprozesses wurde sie des Öfteren angefragt, ihr Wissen zur dualen Ausbildung in der Schweiz sowie ihre Erfahrungen mit der Betriebsdienstleisterlehre zu teilen.
Einbindung junger Menschen
Als die Pflegelehre vor drei Jahren in Vorarlberg eingeführt wurde, war das Antoniushaus in Feldkirch unter den ersten Lehrbetrieben, die diese anboten. Einer der Hauptunterschiede zu alten Ausbildungsmodellen ist dabei das Alter. „Die Pflegelehre kann man bereits mit 15 Jahren beginnen“, erklärt Gabriele. „Es gab noch immer genug kritische Stimmen, unter anderem weil es etwas ganz Neues war und man Sorge hatte, dass die Anleitung zu viel Zeit in Anspruch nehmen werde.“ Doch die Pflegedienstleiterin blieb stets positiv gestimmt. Für sie ist die Arbeit mit jungen Menschen in der Pflege spannend und bereichernd, da sie viel Dynamik und Motivation mitbringen.
„Pro Jahr haben wir jetzt um die 60 Auszubildende aus Pflegeschulen, und sieben machen aktuell eine Pflegelehre.“ Diese Entfaltung im Antoniushaus sei laut Gabriele nur durch die Unterstützung und die gewährten Freiheiten ihres Chefs möglich gewesen. Jenseits dieser Bescheidenheit ist jedoch erkennbar, dass sie die treibende Kraft dahinter war.
Seit vergangenem Jahr hat Gabriele die Pflegedienstleitung abgegeben und ist aktuell ausschließlich für das Qualitäts- und Ausbildungsmanagement zuständig. Ende nächsten Jahres geht sie in Pension, bleibt aber möglicherweise weiterhin in der Landesberufsschule Feldkirch tätig, wo sie seit zwei Jahren zusätzlich im Fachbereich Pflege unterrichtet. „Ich sehe diese Tätigkeit als Verantwortung für die nächste Generation.“











