Auszeichnung Kategorie Pflegeheim 2026


Motor der Pflegeausbildung

VN/Katja Grundner • 12. Mai 2026


„Ich möchte den Bewohnern ein Zuhause bieten“, sagt Sabine Mathis, Leiterin der Seniorenwohnung in Schwarzach. Um das zu ermöglichen, leistet sie weit mehr, als ihr Arbeitsvertrag vorsieht. Sie ist sogar in der Nacht und im ­Urlaub erreichbar und nimmt die ­Bewohner auf private Ausflüge mit. 


Sieben Bewohner mit höchstens Pflegestufe drei leben in der ­heimeligen Seniorenwohnung. „Viel mehr dürfen es nicht sein, um eine persönliche und vertraute Betreuung garantieren zu können“, erklärt die 45-­jährige Schwarzacherin. „Es ist für alle wie in einer Familie hier.“ 


Scherzhaft sagen Sabine und die Bewohner untereinander oft, dass sie wie eine alleinerziehende Mutter von sieben Kindern ist. Dem fügt sie jedoch sofort hinzu, dass noch mehr Personen zum Wohlbefinden im Haus beitragen: „Das geht nur durch unser tolles Team und die super Gemeinde im Hintergrund.“ Aber nicht nur das: Sogar Sabines Mann hilft oft ehrenamtlich in der Seniorenwohnung, zum Beispiel beim Christbaum­ aufstellen oder beim Aufbau von Gartenmöbeln. 


Mit viel Herzblut 

Seit vier Jahren arbeitet Sabine in der Seniorenwohnung in Schwarzach. Trotz ihrer Funktion als Leiterin übernimmt sie nicht nur administrative Aufgaben, sondern kocht auch und ist eng in den Alltag der Bewohner eingebunden. Einerseits leistet sie Hilfestellung, zum Beispiel bei der Körperpflege oder beim Anziehen der Stützstrümpfe. Andererseits gestaltet sie mit ihnen den Alltag, etwa durch Spiele, Gespräche, Rätsel, Singabende oder Ausflüge. Sie war mit den Bewohnern zum Beispiel schon bei einem Musical, auf einem Campingplatz, im Schwimmbad und bei Faschingsfesten. 


Außerdem kommt es vor, dass Sabine in ihrer Freizeit auch Bewohner zu Veranstaltungen mitnimmt. „Wenn wir noch freie Plätze im Auto haben, warum nicht?“, meint sie selbstverständlich. Bei ihr greifen Arbeit und Privatleben nahtlos ineinander. 


Als wäre das noch nicht genug, ist sie meist rund um die Uhr erreichbar. Alle paar Wochen bekommt sie mitten in der Nacht einen Anruf, um Bewohnern in Notfällen oder Krisen beiseitezustehen. Denn die enge Beziehung zu ihnen gibt vielen ein Gefühl von Sicherheit. „Es gibt Nächte, in denen ich dem Betrof­fenen Ruhe und Geborgenheit schenken kann, indem ich einfach nur da bin und seine Hand halte.“ 


Darüber hinaus begleitet Sabine die Bewohner an freien Nachmittagen ­gelegentlich zum Arzt. „Ich möchte ihnen das bieten, was ich selbst gerne im Alter hätte“, nennt sie als einen der Gründe für ihren Einsatz. In ihrer Arbeit bekommt sie zwar sehr viel Dank und Wertschätzung zurück, aber das ­Schönste sind für sie einfach die zufriedenen Gesichter der Bewohner. „Es ist meine Berufung und erfüllt mich sehr.“

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