Auszeichnung Kategorie Pflegende Angehörige und Betreuung daheim 2026


Hingabe, die den Unterschied macht

VN/Katja Grundner • 12. Mai 2026


„Sie tun alles für mich und behandeln mich wie eine Königin“, sagt Helga Schreiber (89) über ihre 24-Stunden-­Betreuerinnen Mária Alakšová und Tünde Boros. „Ihr Einsatz geht weit über das Erwartete hinaus“, bestätigt auch die Tochter der pflegebedürftigen Frau, Silvia Gabriel.   


Mária (62) und Tünde (48) wechseln sich bei der Betreuung von Helga ab: Jeweils vier Wochen arbeitet die eine, während die andere diese Zeit bei der Familie im Heimatland verbringt. Mária kommt aus der ­Zentralslowakei und Tünde aus dem Herzen Rumäniens. Beide sind seit über zwei Jahren bei Helga Schreiber tätig. „Ich komme jedes Mal gerne hierher“, sagt Tünde. „Es ist wie ein zweites Zuhause“, fügt Mária hinzu. 


Ihre Aufgabe besteht darin, Helga rund um die Uhr zu betreuen. Sie bieten Beschäftigung, etwa durch Spiele, und umfassende Unterstützung jeglicher Art, zum Beispiel bei der Körperpflege, beim Umziehen und beim Gehen. ­Außerdem kümmern sie sich um den gesamten Haushalt – von Staubsaugen und Wäschewaschen bis hin zu Kochen. „Ihr Essen schmeckt immer sehr gut“, betont Helga. 


„Aber sie machen noch ganz viele zusätzliche Dinge, die sie gar nicht machen müssten, zum Beispiel Gartenarbeit“, wirft Tochter Silvia ein. Während Helga von früheren Betreuerinnen beim Fernsehen allein gelassen wurde, leisten ihr Mária und Tünde Gesellschaft. Außerdem bieten sie Familienmitgliedern immer wieder an, zum gemeinsamen Essen zu kommen, da sie ausreichend gekocht haben. „Dieses Einbeziehen der Ange­hörigen stärkt das Miteinander enorm.“ 


Enge Beziehung

Aufgrund einer komplexen und anspruchsvollen Pflegesituation sind in diesem Fall nicht nur Kompetenz und Respekt, sondern auch Empathie entscheidend. Mária Alakšová gelingt es dabei, nicht nur Helga dort ­abzuholen, wo sie es braucht, sondern auch deren Tochter. „Wenn ich auf Besuch bei meiner Mutter bin, sagt Mária immer mit einem Lächeln: ‚Wir schaffen alles‘“, erzählt Silvia. „Diese positiven Worte hallen dann noch lange in mir nach.“ Für Mária ist es eine besonders wertvolle Arbeit: „Es ist bereichernd, wenn man das Leben anderer Menschen schöner machen kann.“


Als Helga länger im Krankenhaus lag, besuchte Tünde Boros sie täglich, obwohl dies eigentlich nicht zu ihren Pflichten zählte. „Das war für meine Mutter emotional sehr wichtig, weil es ihr den nötigen Halt gab“, erzählt Silvia. „Mein Besuch hat nicht so viel gegolten wie der von Tünde“, fügt sie lachend hinzu. 

Als Helga dann zurück nach Hause kam, aber die vier Wände nicht mehr ver­lassen konnte, lud Tünde Freundinnen der Pflegebedürftigen ein und backte für den Anlass Kuchen – alles auf Eigen­initiative. „Diesen Beruf macht man nur gut, wenn man ihn von Herzen macht“, sagt Tünde.


Der entscheidende Unterschied zur ­herkömmlichen Betreuung liegt bei Mária und Tünde in der engen ­zwischenmenschlichen Beziehung zu Helga und ihren Angehörigen. Von allen Seiten fühlt sich diese Arbeits­verbindung wie Familie an.

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