Auszeichnung Kategorie Krankenhaus 2026
Prägende Erfahrungen
VN/Katja Grundner • 12. Mai 2026
Häufige Todesfälle, Unvorhersehbarkeit und hohe Verantwortung: August Reis wechselte von der Informatik in die Intensivpflege. So unterschiedlich beide Bereiche wirken, die technischen Kenntnisse des 35-Jährigen erweisen sich in der neuen Tätigkeit als Bereicherung.
Noch heute erinnert sich August bildhaft an einen Autounfall in seiner Jugend, zu dem er zufällig hinzukam und sich hilflos und überfordert fühlte. Nach seinem Abschluss an einer Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) entschied er sich aufgrund dieser prägenden Erfahrung für den Zivildienst beim Roten Kreuz. Auch im Anschluss daran blieb er ehrenamtlich im Rettungsdienst aktiv. „Es ist schön, den Menschen helfen zu können“, sagt der Wolfurter.
Nach drei Jahren als Informatiker entschloss er sich, die ehrenamtliche Tätigkeit zu seinem Beruf zu machen: Er bildete sich zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger aus und begann danach – vor nun sieben Jahren – auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses Bregenz zu arbeiten. „Wie der Name schon sagt, ist hier alles intensiver“, beschreibt der Quereinsteiger, der im April nach zweimonatiger Karenz in den Beruf zurückkehrte.
Technik in der Pflege
„Pfleger sind den Patienten am nächsten, weil sie sie rund um die Uhr versorgen“, sagt August. „Wir sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Patienten, Angehörigen und unterschiedlichen Professionen.“ Seine Tätigkeit sei nicht nur pflegerisch, sondern auch medizinisch, psychologisch und technisch.
„Die Technik ist heute überall, auf der Intensivstation noch mehr als in anderen Bereichen, etwa durch Beatmungsgeräte, Dialysemaschinen und Patientenmonitore“, erklärt er. Dabei kommt ihm seine HTL-Ausbildung zugute. Als Medizinproduktebeauftragter schult er auch Mitarbeitende im Umgang mit den hochtechnischen Geräten ein. Darüber hinaus gibt er alle paar Monate Reanimationsschulungen und seit einem halben Jahr ist er stellvertretender Stationsleiter, wobei er weiterhin hauptsächlich mit
den Patienten arbeitet.
Aus reiner Eigenmotivation absolviert er derzeit ein eineinhalbjähriges Bachelor-Upgrade-Programm für diplomierte Pflegefachkräfte. Sein Engagement für Wachstum und Hilfsbereitschaft endet jedoch nicht bei der Arbeit: Der Intensivkrankenpfleger zeigt auch als Obmann der Turnerschaft Wolfurt großen Einsatz und wirkt fallweise bei der katholischen Jugend und Jungschar in Wolfurt mit. Sein Alltag zwischen Familie, Arbeit, Studium und Ehrenamt zeigt, dass „intensiv“ viel eher sein ganzes Leben beschreibt.











